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"Two Dogs" kam 1993 in Australien der erste Alkopop am
den Markt, eine "alkoholhaltige Zitronenlimonade mit 4,2 %
Alkohol. Wie so oft gab auch hier der Zufall den entscheidenden
Anstoß. Weil man nicht wußte, wohin mit den Zitronen,
die nicht der Normgröße entsprachen, fermentierte man
die Früchte versuchsweise. Das Ergebnis war "Two Dogs",
ein süßes Zitronenerfrischungsgetränk mit wenig
Alkohol und zwei lustigen Hunden auf dem Etikett. Kometenhaft stiegen
die Verkäufe in Downunder. Inzwischen gibt es "Two Dogs"
in 30 Ländem, in Deutschland wird das Produkt zur Zeit nicht
mehr vertrieben. Im April 1993 kamen mit ,"Two Dogs" und
"Hooper´s Hooch" die ersten Alcopops in England
auf den Markt und bildeten schon im ersten Jahr den am schnellsten
wachsenden Marktanteil im britischen Getränkemarkt. Aus dem
Stand erreichten die Alcopops in England 108 Mio. Pfund Umsatz,
1996 verdreifachte sich der Umsatz, und für 1997 schätzt
die Bass Brauerei den Umsatz auf 300 Mio. Pfund.
Zwischen 1993
und 1997 hatten die "Flavoured Alcoholic Beverages"
weltweit eine jährliche Zuwachsrate von 79,4% zu verzeichnen.
Den "Designer alcoholic drinks" wird eine globale Wachstumsrate
von 6,3 in den nächsten fünf Jahren prognostiziert.
Im Pro-Kopf-Verbrauch ist Deutschland 1997 weltweit die Nummer
drei bei den "Flavoured Alcoholic Beverages", im Marktvolumen
nimmt es den zweiten Rang ein. Die Studie von Data Monitor, auf
der diese Prognosen beruhen, bezieht allerdings die aromatisierten
Biere, die ebenfalls sehr stark im Kommen sind, in die Zahlen
mit eitn.
Erregte Gemüter
und heftige Diskussionen
Ab 1996 gab es dann die ersten Gehversuche auf dem europäischen
Markt, wo sich schnell neben den Weltmarktführem Hooch (43%),
Two Dogs (12%), SubZero (10%) um die hundert andere Neukreationen
etablierten. Nach nicht mal einem Jahr erreichten die Alcopops
bei den Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren einen Bekanntheitsgrad
von über 90 Prozent.
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Offensichtlich
mochten die jungen Leute die erfrischenden, gutschmeckenden und
peppig aufgemachten Drinks.
Sie waren sich
zwar bewußt, daß diese Getränke Alkohol enthielten
,schätzen diesen aber weit niedriger, als er tatsächlich
war. Diese Tatsache rief die Jugendschützer auf den Plan,
die befürchteten, daß viele Jugendliche Alcopops als
harmlose Limonade konsumierten und sich der Gefahr durch den enthaltenen
Alkohol nicht bewußt waren.
In Engiand entbrannte
eine heftige Diskkussion um das Thema, Supermärkte profilierten
sich dort Mitte 1997, indem sie Alcopops im Sortiment sehr stark
reduzierten, ganz aus dem Sortiment nahmen oder nur gegen Vorlage
des Personalausweises an Jugendliche herausgaben. Inzwischen hat
sich die Diskussion beruhigt. Die Hersteller verzichten auf Gestaltungselemente,
die die alkoholtigen Leichtgewichte allzusehr verharmlosen und
kennzeichnen den alkoholischen Inhalt deutlicher.
Deutsche Hersteller
und Vermarkter von sogenannten "Line-Extensions', wie Berentzen
oder Bacardi, haben auf eine besonders für Jugendliche ausgerichtete
Vermarktung bewußt verzichtet, ihre Produkte eindeutig als
alkoholische Getränke positioniert und die darin enthaltene
Spirttuose klar und deutlich gekennzeichnet.
Als Reaktion
auf die öffentliche Auseinandersetzung hat die Portman Group,
London, eine von der Industrie getragene Institution, einen Code
zur Handhabung entwickelt, der primär die Bereiche Namensgebung,
Verpackung/Aufmachung und Plazierung im Einzelhandel oder der
Gastronomie betrifft. Diese Empfehlungen hat das deutsche DIFA-Forum
in der Empfehlung an seine Mitglieder aufgegriffen."
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